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Tierhalter vor großen Herausforderungen

einschweinhochkL P D – Die deutschen Tierhalter stehen vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Das schildert ein Beitrag in der Verbandszeitschrift Deutsche Bauern Korrespondenz des Deutschen Bauernverbandes. Der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Albert Hortmann-Scholten, zählt dazu unterschiedliche Standards auf dem hiesigen Markt sowie wichtigen Exportmärkten. So würde im europäischen Binnenmarkt und speziell in Deutschland beispielsweise von Schweinehaltern die Einhaltung sehr hoher Sozial- und Tierschutzstandards vorausgesetzt. Im Exportgeschäft dagegen stünden Parameter wie Produktqualität, Einhaltung von Hygienevorschriften oder Lebensmittelsicherheit im Ranking deutlich weiter oben. Zugleich weist er darauf hin, dass die deutschen Fleischverarbeiter auf gute Exportmöglichkeiten insbesondere von Teilstücken aus dem Speck- und Fettwarensortiment oder auch Innereien angewiesen seien. Diese würden im hiesigen Markt nur sehr begrenzt nachgefragt. Daher ist die deutsche Fleischbranche trotz eines hohen Exportanteils weiter auf Importe angewiesen, um die Nachfrage nach bestimmten wertvolleren Teilstücken wie Schinken, Schulter oder Filet bedienen zu können. Etwa 1,2 Mio. Tonnen Schweinefleisch werden für diese spezielle Nachfrage importiert.

Hortmann-Scholten weist auch auf erhebliche Strukturunterschiede in der europäischen Schweinehaltung hin. Danach haben die deutschen Tierhalter im Vergleich mit ihren Kollegen in Belgien, den Niederlanden oder Dänemark deutlich kleinere Ställe. Der durchschnittliche Sauenhalter in Deutschland hält 145 Sauen, in den Niederlanden sind es 479 und in Dänemark gar 603. Auch bei den Mästern klaffen die Bestandsgrößen weit auseinander. Der Durchschnittsmäster hält in Deutschland 584 Tiere, in Dänemark 1.253 und in den Niederlanden 2.208. Da Mäster ihre Ferkel bevorzugt alle aus einem Partnerbetrieb beziehen, wird es für kleine Sauenhalter immer schwieriger. Das lässt sich auch an der amtlichen Statistik ablesen. Danach haben deutschlandweit seit 1992 mehr als 90 Prozent der deutschen Sauenhalter sich aus diesem Betriebszweig zurückgezogen. (LPD 13/2016)

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