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Redaktion Agrar & Umwelt
  

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Gülle und Mist zuerst in die Biogasanlage

L P D – Stillstand ist Rückschritt, diese alte Weisheit trifft auf die Biogasbranche wie kaum einen anderen Wirtschaftszweig zu. Auf dem Biogasinnovationskongress in Osnabrück tauscht sich die Branche alljährlich aus, in diesem Jahr bereits zum 10. Mal! Zu den Mitveranstaltern gehören der Deutsche Bauernverband und das Landvolk Niedersachsen. Ein Augenmerk legt die Branche nach Einschätzung von Jochen Oestmann, im Landvolk Niedersachsen Vorsitzender des Ausschusses erneuerbare Energie, verstärkt auf die Nachhaltigkeit. „Vorwürfe, die Betreiber der Biogasanlagen würden der ‚Vermaisung der Landschaft‘ Vorschub leisten, nehmen wir ernst und haben nach Alternativen Ausschau gehalten“, schildert Oestmann. Neben einem bunten Substratmix von Grünroggen über die Hoffnungskultur Durchwachsene Silphie bis hin zu Zuckerrüben zählen dazu vermehrt Reststoffe. Fachleute sprechen von Kaskadennutzung und beziehen insbesondere die Landwirtschaft selbst mit ein. So empfehlen Experten, zwischen jeden Tierschwanz und den Acker eine Biogasanlage zu schalten. Konkret gesagt: Gülle und Mist als landwirtschaftliche Reststoffe durchlaufen zunächst die Biogasanlage und landen erst danach als Dünger auf dem Feld. „Wir reduzieren damit die Treibhausgasemissionen und nutzen unser Land effektiver“, schildert Oestmann. Daneben wurde Biogas in Osnabrück unter Klimaschutzgesichtspunkten als nachhaltiger Treibstoff diskutiert.

Potenzial für Verbesserungen im Substratmix gibt es durchaus, wie die jüngste Biogasinventur des 3N-Kompetenzzentrums belegt. Danach werden vier von fünf der landesweit 1.634 Biogasanlagen (Stand 2016) von Landwirten betrieben. 1.569 werden mit Energiepflanzen und/oder Gülle gefüttert, 65 mit Abfall- und Reststoffen. Die Energiepflanzen steuern mit 13 Mio. t den Löwenanteil des Futters bei, landwirtschaftliche Reststoffe wie Gülle oder Festmist sind mit immerhin 7,8 Mio. t beteiligt, haben aber noch erhebliches Potenzial. Bioabfälle steuern 1,6 Mio. t. Die Fermenter vermeiden den Ausstoß von knapp drei Mio. t Kohlendioxid. Das „Herz“ der niedersächsischen Biogasbranche schlägt im zentralen Landesteil mit den Landkreisen Cloppenburg, Oldenburg, Diepholz, Rotenburg, Celle und dem Heidekreis. In diesen Regionen hat die alternative Energiegewinnung zahlreichen bäuerlichen Familienbetrieben in schwierigem Marktumfeld eine Perspektive eröffnet. (LPD 38/2017)

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