Rinder- und Schafkokzidiose: Ein Problem ungeahnter Tragweite

Während in der Geflügelwirtschaft Kokzidien regel- und planmäßig bekämpft werden, wird die Tragweite des Problems in der Rinder und Schafhaltung oft unterschätzt.
Dabei gelten die hoch infektiösen Kokzidien der Gattung "Eimeria" durch ihr enormes Vermehrungspotenzial unter Fachleuten als eine der wichtigsten Ursachen für Durchfall und verminderte Wachstumsraten bei Kälbern und Lämmern (1). Fast alle Tiere kommen zu irgendeinem Zeitpunkt in Kontakt mit dem Parasiten.
Kokzidien zerstören bei der Vermehrung die Darmschleimhaut. Hiervon erholt sich die Darmschleimhaut niemals vollständig, so dass langfristige Schäden und Leistungsdepressionen vorprogrammiert sind.

Die Erkrankung ist im Anfangsstadium schwer zu erkennen. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt entstehen die Schäden an der Darmschleimhaut. Mit der Behandlung bis zum Auftreten klinischer Symptome zu warten kann zu spät sein, um wirtschaftliche Verluste auf Dauer zu vermeiden.
Die klinische Symptomatik kann zur Verwechslung mit anderen Durchfallerkrankungen führen. Ohne eine Diagnose sind Therapieversager vorprogrammiert.

Bei Kälbern besteht ein ganzjähriges Risiko im Alter von 4 Wochen bis 18 Monaten. Bei jungen Lämmern ist es eher saisonales Vorkommen.
Die Kokzidiose tritt häufig nach Stresssituationen (z.B. Transporte, Crowding, Umgruppierungen) sowie Erkrankungen oder schlechter Hygiene auf.

Literatur

(1) Tenter AM, Barta JR, Beveridge I, Duszynski DW, Mehlhorn H, Morrison DA, Thompson RC, Conrad PA (2002):
The conceptual basis for a new classification of the coccidia.
Int J Parasitol. 32:595-616.